Deutschintensivklassen

Deut­sch­in­ten­siv­klas­sen und DaZ-Kur­se an der IGS Obe­re Aar

Seit 2016 bie­tet die IGS Obe­re Aar soge­nann­te Deut­sch­in­ten­siv­klas­sen an. In die­sen Klas­sen wer­den Schü­le­rIn­nen und Schü­ler aus aller Welt in Deutsch als Fremd-bzw. Zweit­spra­che (DaF7/DaZ) unter­rich­tet.

Mit zwei Klas­sen fing alles an

Im Febru­ar 2016 über­nahm die IGS Obe­re Aar Jugend­li­che einer bereits bestehen­den Inten­siv­klas­se der Niko­laus-August-Otto-Schu­le (NAO), die im Ein­zugs­ge­biet der IGS leb­ten. Neben die­sem fort­ge­schrit­te­nen Kurs unter der Lei­tung von Frau Hei­den­reich und spä­ter Herrn Roh­de kam auch eine Anfän­ger­klas­se unter der Lei­tung von Frau Nunes (damals Schmitt) hin­zu. Ab Som­mer 2016 über­nahm Frau Przy­byl-Sci­bi­or eine neue Ein­stei­ger­klas­se. Ab Febru­ar 2017 berei­cher­te Herr Lan­ge das Team der Deut­sch­in­ten­siv­leh­rer. Haupt­ver­ant­wort­li­che und Ansprech­part­ne­rin ist unse­re päd­ago­gi­sche Lei­tung, Frau See­ger.

Mit der Zeit waren so vie­le Schü­le­rIn­nen und Schü­ler hin­zu gekom­men, dass die Schu­le zeit­wei­se drei Niveaus, eine Anfän­ger- eine Mit­tel­stu­fen- und eine Fort­ge­schrit­te­nen­klas­se, anbie­ten konn­te. Die Kin­der kamen und kom­men auch heu­te noch vor­wie­gend aus Kriegs­ge­bie­ten wie Syri­en und Afgha­ni­stan, aber auch Soma­lia, Eri­trea, dem Irak, Paki­stan und Sau­di Ara­bi­en. Hin­zu kom­men Kin­der  aus Ita­li­en, Rumä­ni­en, Ser­bi­en, Bos­ni­en und Grie­chen­land. Der­zeit fin­det an der IGS eine Deut­sch­in­ten­siv­klas­se für Anfän­ger (kurz DiK­la A) unter der Lei­tung von Frau Nunes und eine für Fort­ge­schrit­te­ne (kurz DiK­la F) unter der Lei­tung von Frau Przy­byl-Sci­bi­or statt.

Da die Kin­der alle unter­schied­lich alt sind (i.d.R. zwi­schen 10 und 17 Jah­ren alt), kön­nen die Klas­sen nicht nach Alter, son­dern nur nach dem Niveau ihrer Sprach­kennt­nis­se getrennt unter­rich­tet wer­den. Tat­säch­lich gibt es  jedoch in jeder Klas­se, ob Anfän­ger- oder Fort­ge­schrit­te­nen­klas­se, min­des­tens zwei bis drei Niveau­grup­pen, die ent­spre­chend mög­lichst bin­nen­dif­fe­ren­ziert unter­rich­tet wer­den.

Die Inten­siv­klas­sen erhal­ten 22 Stun­den Deutsch­un­ter­richt wöchent­lich. Davon wer­den ein­zel­ne Stun­den auch in Mathe­ma­tik, Sport , Dar­stel­len­dem Spiel und nach Mög­lich­keit Kunst unter­rich­tet. Ins­be­son­de­re im Dar­stel­len­den Spiel haben die Kin­der die Mög­lich­keit, sich zu ent­fal­ten und das Erleb­te spie­le­risch und krea­tiv zu ver­ar­bei­ten. Dem Groß­teil der Kin­der berei­tet das Thea­ter spie­len gro­ße Freu­de und ani­mier­te sie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren sogar zu eige­nen Pro­duk­tio­nen wie “DiK­la TV” und “Alle da” nach einer Vor­la­ge von Tucker­mann und Schulz mit per­sön­li­chen Ein­drü­cken und Erleb­nis­sen der Kin­der. Neben dem Dar­stel­len­den Spiel gibt es immer wie­der Akti­ons­ta­ge und Exkur­sio­nen, die den Schü­le­rin­nen und Schü­lern die Mög­lich­keit geben, Deutsch­land und ihre direk­te Umge­bung haut­nah zu erle­ben: zum Bei­spiel einen Besuch beim ZDF oder in der KANA-Jugend­kir­che, eine inter­na­tio­na­le Koch-Pro­jekt­wo­che, Aus­flü­ge zur Bow­ling-Bahn oder eine Füh­rung durch das Staats­thea­ter Wies­ba­den.

Im DaZ-Unter­richt wer­den sie mit zwei ver­schie­de­nen Lehr­wer­ken (getrennt nach bereits alpha­be­ti­sier­ten und noch zu alpha­be­ti­sie­ren­den Kin­dern) unter­rich­tet. In regel­mä­ßi­gen Abstän­den schrei­ben die Schü­le­rIn­nen auch Klas­sen­ar­bei­ten und bekom­men regel­mä­ßig Haus­auf­ga­ben. Nach zwei Jah­ren wech­seln die Kin­der dann in den Regel­un­ter­richt und wer­den dort dem Alter ent­spre­chend in die Jahr­gän­ge ein­ge­stuft.

Unter­richt in den Deut­sch­in­ten­siv­klas­sen läuft etwas anders ab als nor­ma­ler Unter­richt in den Regel­klas­sen, denn vie­le der Schü­le­rin­nen und Schü­ler haben nie­mals zuvor in ihrem Leben eine Schu­le besucht. Man­che von Ihnen haben lei­der vie­le schlim­me Erfah­run­gen machen und Ein­drü­cke erle­ben müs­sen und ver­su­chen, buch­stäb­lich in Deutsch­land erst ein­mal anzu­kom­men und zu ler­nen, was Sicher­heit bedeu­tet. Des­halb sind unse­re Lern­grup­pen etwas klei­ner und fami­liä­rer — nicht mehr als 16 Schü­le­rin­nen und Schü­ler — der Umgang behut­sa­mer, aber genau­so auch lus­tig und auf­mun­ternd. Auf spie­le­ri­sche Art und Wei­se wer­den die Kin­der alpha­be­ti­siert und mit krea­ti­ven Lern­me­tho­den auch nach der Alpha­be­ti­sie­rung zum Ler­nen ange­regt.

Regel­un­ter­richt und dann?

Wenn die Schü­le­rin­nen und Schü­ler nach max. zwei Jah­ren in unse­re Regel­klas­sen wech­seln, beginnt eine neue Umstel­lung. Es gilt, neue Freun­de zu fin­den und sich mit dem deut­schen Schul­all­tag noch wei­ter ver­traut zu machen. Dar­über hin­aus darf aber auch der DaZ-(Deutsch als Zweit­spra­chen-) Unter­richt nicht feh­len. Nach Jahr­gän­gen getrennt erhal­ten die ehe­ma­li­gen Inten­siv­klas­sen­schü­le­rin­nen und ‑schü­ler vor­mit­tags und nach­mit­tags stun­den­wei­se geziel­te DaZ-För­de­rung unter der Lei­tung von Frau Jür­gen­sen. Hier wird das Sprach­ni­veau von A1 bzw. A2 wei­ter aus­ge­baut, Grund­la­gen wer­den ver­tieft und dar­über hin­aus auch Haus­auf­ga­ben­be­treu­ung ange­bo­ten.

Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die bereits zum Ein­tritt in die Regel­klas­se ein soli­des A2-Nivau auf­wei­sen und den Qua­li­fi­ka­ti­ons­test bestan­den haben, kön­nen dann par­al­lel zum DaZ-Nach­mit­tags­un­ter­richt an einer geziel­ten Sprach­för­de­rung in Form des Deut­schen Sprach­di­ploms teil­neh­men, das jähr­lich gegen Ende des Schul­jah­res von einer klei­nen Teil­neh­mer­grup­pe erfolg­reich abge­schlos­sen wird.