Der schönste Job der Welt

Schü­le­rin­nen und Schü­ler des 9. Jahr­gangs im Inter­view mit dem ZDF-Kor­re­spon­den­ten Elmar Theveßen

Der Beruf des Jour­na­lis­ten ähnelt mit­un­ter dem des Kri­mi­na­lis­ten“, berich­tet Elmar The­veßen, USA-Kor­re­spon­dent und Lei­ter des Haupt­stadt­bü­ros in Washing­ton für das ZDF den Schü­le­rin­nen und Schü­lern des 9. Jahr­gangs der IGS Obe­re Aar in einem online-Inter­view am 26.04.2021.

Fra­gen zum pri­va­ten und beruf­li­chen Leben des Jour­na­lis­ten weck­ten bei den Schü­lern der IGS Obe­re Aar gro­ßes Inter­es­se. Der Krea­ti­vi­tät der Schü­ler wur­den kei­ne Gren­zen gesetzt. Auf die viel­fäl­ti­gen Fra­gen der Schü­ler gab es infor­ma­ti­ve Ant­wor­ten und so ent­stand ein inter­es­san­tes, ein­ein­halb stün­di­ges Inter­view, das sich Inter­es­sier­te auf dem You­Tube Kanal „TIDETVham­burg — Jour­na­lis­mus macht Schu­le“ anschau­en können.

Eine 60-Stun­den-Woche? Kei­ne Seltenheit

Wie genau sieht ein Tag als Jour­na­list aus? Der Tag beginnt um 8.00 Uhr im Büro, wo die E‑Mails erst ein­mal gecheckt wer­den. Dann tref­fen sich um 9.00 Uhr ca. 20 Mit­ar­bei­ter, um den Tag zu pla­nen. Bis 17.30 Uhr wer­den Inter­views geführt, Bei­trä­ge vor­be­rei­tet und gesen­det. Abends wer­den dann Nach­rich­ten geschaut und um 22.00 Uhr liest Elmar The­veßen die Infor­ma­tio­nen aus der Zen­tra­le des ZDF in Mainz, aus denen sich die The­men für die nächs­ten Tage erge­ben. Außer­dem schreibt er Ange­bo­te für kom­men­de Sen­dun­gen. Das dau­ert dann schon mal bis 3.00 Uhr. So sähe der All­tag aus. Ganz anders sieht es bei einem Außen­auf­trä­gen aus, für die The­veßen auch für meh­re­re Mon­ta­ge in ande­re Län­der fährt. Sol­che Auf­trä­ge wer­den indi­vi­du­ell geplant.

Beruf und Familie

Hat sein Beruf Ein­fluss auf sein pri­va­tes Leben, auch in Bezug auf sei­ne Rei­sen in meist gefähr­li­che Regio­nen der Welt? Nun, es sei nicht immer leicht, sein pri­va­tes und beruf­li­ches Leben zu tren­nen, aber Kom­mu­ni­ka­ti­on mit der Fami­lie sei eine gro­ße Hil­fe. Bei­spiels­wei­se unter­neh­me er gefähr­li­che Rei­sen nur, wenn sei­ne Fami­lie zustim­me. Sehr schlimm sei es aller­dings, wenn er und sei­ne Fami­lie bedroht wür­den, da er dann auch Angst um die­se haben müs­se. Es hel­fe aber, mit der Fami­lie dar­über zu reden. Leicht scheint es wohl nicht zu sein, aber möglich.

Den Men­schen eine Stim­me geben

Was moti­viert ihn aber, die­se offen­sicht­lich gefähr­li­che Arbeit zu machen? Er wol­le Men­schen infor­mie­ren und er lie­be es, mit den ver­schie­dens­ten Men­schen in Kon­takt zu tre­ten und ihre Geschich­te zu erzäh­len. Der Jour­na­lis­mus sei sei­ne Lei­den­schaft und genau die­se sol­le man frei­set­zen. „Der Jour­na­lis­mus ist der schöns­te Job der Welt“, so Herr Theveßen.

Die USA – ein Land zwi­schen Anspruch und Wirklichkeit

Beson­ders inter­es­sier­ten sich die Schü­ler für die Poli­tik der USA und die der­zei­ti­gen Pro­ble­me dort. Vie­le Fra­gen bezo­gen sich auf die The­men Homo­pho­bie und Trans­pho­bie. The­veßen ist der Mei­nung, dass Homo­pho­bie und Trans­pho­bie der­zeit in vie­len Bun­des­staa­ten zuneh­men. Es bedür­fe noch gro­ßer Über­zeu­gungs­ar­beit, bis Homo­pho­bie und Trans­pho­bie kei­ne nen­nens­wer­te Rol­le mehr in den USA spiel­ten. Die Tat­sa­che, dass Herr The­veßen die­se aktu­el­len The­men haut­nah mit­er­lebt, sporn­te die Schü­ler an.

So kam auch „Black Lives Mat­ter” zur Spra­che. The­veßen bezeich­ne­te die­se Bewe­gung als “wun­der­ba­re Platt­form”, um sys­te­ma­ti­schen Ras­sis­mus auf­zu­de­cken und gemein­sam gegen Ras­sis­mus vor­zu­ge­hen.  Er beton­te aber auch, dass es vie­le gewalt­be­rei­te Grup­pen gebe. Die­se Grup­pen scha­de­ten dem Anlie­gen der Bewegung.

In die­sem Zusam­men­hang wur­de auch die Poli­zei­ge­walt the­ma­ti­siert.  Laut The­veßen gibt es viel ras­sis­tisch begrün­de­te Poli­zei­ge­walt, die jedoch durch Refor­men inner­halb der Poli­zei redu­ziert oder sogar been­det wer­den könne.

https://youtu.be/4B91Zb1DQOE

 

Vie­le wei­te­re The­men wur­den bespro­chen, so das Verhält­nis zwi­schen Jour­na­lis­mus, Poli­tik und Ethik, das poli­ti­sche Enga­ge­ment von Jugend­li­chen, der Umgang mit Fake-News oder auch per­sön­li­che Erfah­run­gen, die Herr The­veßen in sei­ner beruf­li­chen Lauf­bahn gesam­melt hat. Bei Inter­es­se schaut euch das gan­ze Inter­view auf You­tube an!

Wir, die Schü­ler der IGS Obe­re Aar sind sehr dank­bar dafür, dass wir die­ses Inter­view füh­ren durf­ten. Ganz herz­lich möch­ten wir uns bei Herrn Elmar The­veßen dafür bedan­ken, dass er sich die Zeit genom­men hat, all unse­re Fra­gen zu beant­wor­ten. Wir wün­schen Ihnen noch viel Glück und blei­ben Sie gesund!

Dilan Hama­dam­ni, Lil­ly Holz­hau­sen, Scher­mi­na Kumar, Klas­se 9a

Dieser Beitrag wurde am von unter Aktuelles veröffentlicht.